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Katzen wurden herzlos ausgesetzt

Von unserer Mitarbeiterin Monika Leopold-Miller.

Drei ausgesetzte Katzen innerhalb von wenigen Tagen: Das ist die traurige Bilanz, die der Thannhauser Tierschutzverein zu Beginn der diesjährigen Urlaubszeit ziehen muss. Zwei zirka fünf Wochen alte Kätzchen wurden im Wald bei Thannhausen gefunden. Eine erwachsene Katze wurde mit Transportbehälter vor einer Gartentür neben dem Katzenhaus in Thannhausen abgestellt.

Den sicheren und vermutlich grausamen Tod hätte es für zwei ungefähr fünf Wochen alte Tigerkätzchen bedeutet, wenn sie nicht gefunden worden wären. Der Jäger Hans Kohler aus Thannhausen war am späten Samstagnachmittag mit seinem Jagdhund auf Kontrollgang im Wald zwischen Thannhausen und Ziemetshausen unterwegs. "Ich hörte plötzlich seltsame Geräusche und dachte an ein verletztes Reh, da kam aus einem Holzstoß ein winziges Kätzchen miauend auf mich zugelaufen", erzählt Kohler.

Auf der Suche

Sein Jagdkollege Dieter Parczyk, der zufällig vorbei kam, brachte dann das kleine, völlig ausgehungerte Tier zu Christa Schneider vom Tierschutzverein Thannhausen, wo es umgehend versorgt wurde. Mitarbeiter des Tierschutzvereins suchten darauf hin im Wald nach möglichen weiteren ausgesetzten Kätzchen, jedoch ohne Erfolg.

Am Montagvormittag entdeckte ein Rentner aus Ziemetshausen bei Arbeiten im Wald ebenfalls ein kleines Kätzchen. Auch er brachte es zum Tierschutzverein. Wie sich herausstellte, handelt es sich bei den beiden Katzenkindern vermutlich um Geschwister. Eventuell irren aber noch mehrere Kätzchen hilflos im Wald umher.

"Die beiden Kätzchen stammen sicherlich nicht von einer verwilderten Katze", sagt Christa Schneider, "sie sind nämlich an Menschen gewöhnt, sehr zutraulich und benützen sogar schon das Katzen-WC. Die Kätzchen wurden ganz bewusst im Wald ausgesetzt, viele Kilometer von der nächsten Ortschaft entfernt", äußert Schneider empört. Sie kann es nicht fassen, wie Menschen hilflosen Tieren so etwas Schreckliches antun können. Entweder wären die Tiere verhungert und verdurstet oder aber Fuchs oder Dachs hätten eine leichte Beute in ihnen gefunden. "Das ist einfach grausam und bestialisch, dafür gibt es keine Entschuldigung. Solche Menschen sollten hart gestraft werden", betont Schneider.

Laut Tierschutzgesetz handelt es sich beim Aussetzen von Tieren, die sich in der Obhut des Menschen befinden und im Haus gehalten werden, um eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld geahndet wird. Nach Auskunft von Imme Strauch, Juristin am Landratsamt in Günzburg, bewegt sich der Rahmen des Strafmaßes bis zu 25 000 Euro. Ist das Tier dabei über einen längeren Zeitraum erheblichen Leiden ausgesetzt, kommt, so teilt Renate Witt, Leiterin der Krumbacher Polizeiinspektion, mit, noch der Tatbestand der Tierquälerei hinzu, der wie das Töten von Tieren ohne vernünftigen Grund (etwa um ihm Leiden zu ersparen) eine Straftat ist.

Bereits vor einigen Tagen war vor einer Wohnung neben dem Katzenhaus in Thannhausen eine schwarz-weiß-rot-gefleckte Katze in einem Transportbehälter abgestellt worden. Der Thannhauser Briefträger Johannes Weiser entdeckte das völlig verstörte Tier und verständigte Christa Schneider. "Die Katze ist immer noch sehr verängstigt und frisst kaum", erzählt Schneider. Sie musste tierärztlich behandelt werden.

Immer wieder bietet der Tierschutzverein seine Hilfe an, wenn es um die Vermittlung von Tieren geht. Und für die Urlaubszeit suchen die Mitarbeiter des Tierschutzvereins mit den Tierbesitzern nach Möglichkeiten, die Tiere optimal zu versorgen. "Im Katzenhaus können wir leider keine Tiere aufnehmen, um nicht Krankheiten einzuschleppen. Außerdem würden gerade Katzen unter der Veränderung sehr leiden", sagt Schneider. "Aber wir versuchen Kontakte zu Leuten zu vermitteln, die sich während des Urlaubs um die Tiere daheim kümmern." Eine weitere Möglichkeit wäre noch die Unterbringung in einer Tierpension. Bei Hunden vermittelt der Tierschutzverein nach dem Motto: Nimmst du mein Tier, nehm ich dein Tier! So können sich Hundehalter gegenseitig helfen, zum Beispiel in der Urlaubszeit die Versorgung ihres Tieres zu sichern. Interessierte Hundebesitzer können sich an den Tierschutzverein wenden.

Die Leiterin des Tierschutzvereins appelliert erneut an das Verantwortungsbewusstsein von Tierhaltern, ihre Tiere kastrieren zu lassen. Nur so könne man das Elend der Tiere abstellen. Denn vielen Tieren aus Anzeigen in Zeitungen wie "Kätzchen zu verschenken" sei oftmals ein trauriges Los bestimmt, erzählt Schneider: Verarbeitung zu Schlangenfutter, Versuchsanstalt, Verarbeitung des Fells und und und.... "Einige Kommunen geben Zuschüsse zur Kastration und auch der Tierschutzverein ist bereit, in Notfällen zu helfen", informiert Schneider.

Tierschutzverein Thannhausen, Telefon 08281/2675 oder unter www.tierschutz-thannhausen.de. Infos zur Aktion "Nimmst du mein Tier, nehm ich dein Tier" gibt es auch unter der Telefon-Nummer 08282/7749 bei Beate Ohnesorge in Krumbach oder unter 08283/1852 bei Angelika Fischer in Neuburg.