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Die Auszeichnung als besonderer Ansporn

Von unserem Redaktionsmitglied Manfred Gittel.

Für ihre engagierte Arbeit als Tierschützerin wurde Christa Schneider aus Thannhausen mit der Silberdistel unserer Zeitung ausgezeichnet. Jetzt bekam sie die Auszeichnung aus den Händen von MN-Redaktionsleiter Peter Bauer überreicht. Christa Schneider sieht darin nicht nur eine Würdigung ihrer Arbeit, sondern auch der vielen in Thannhausen engagierten Helfer und aller im Tierschutz Aktiven.

Wenn man bei Christa Schneider klingelt, wird man zunächst mit Hundegebell begrüßt. Doch Katzen gibt es natürlich auch im Privathaus von Christa Schneider. Das frühere Gästezimmer ist heute bewohnt von Katzensorgenkindern. Katzen, die sich im Katzenhaus, in dem rund 40 Katzen leben, nicht integrieren lassen. Zum Beispiel ein aggressiver Kater, der bei Christa Schneider abgegeben wurde und seine Betreuer zunächst nur biss. Heute schnurrt er und schmiegt sich in die streichelnde Hand von Christa Schneider oder deren Sohn Jürgen (21).

Im Katzenhaus, das nur einige Gehminuten vom Privathaus der Tierschützerin entfernt liegt, leben zur Zeit zirka 40 Katzen wie in einer großen Wohngemeinschaft zusammen. Im Erdgeschoss gelangt man zunächst in das "Katzenbüro".

Die Zimmer im Obergeschoss sind die Wohnstuben für die unterschiedlichsten Katzen. Katzen, die sich sofort zurückziehen, wenn Fremde kommen, aber auch Katzen, die einem schnurrend um die Beine streichen und den Besucher animieren, sie zu streicheln. Zum Beispiel der schwarz-weiße Kater Max, der im Katzenhaus lebt, weil das Kind seiner früheren Familie auf Katzen allergisch reagiert. Ihm ist die Freude über den Besuch und damit etwas Abwechslung deutlich anzumerken. Aufgeregt rennt er durch die Gänge, als wollte er sagen: "Los, spielt mit mir."

Jede Katze hat ein Schicksal hinter sich. Und so leben im Katzenhaus auch Bewohner , die zum Beispiel nur ein Auge haben. Doch alle Katzen machen einen gepflegten und wohl genährten Eindruck. Die Räume sind ausgestattet mit gemütlichen Sesseln und Sofas. Für jede Katze steht ein Schlafplatz in Form eines Körbchens oder gar eines kleinen , mit Plüsch bezogenen Häuschens zur Verfügung. Fressnäpfe und Katzenklos sind penibel sauber. Alles wirkt wie ein wohnliches Haus. Über eine Katzenklappe können die Tiere in ein Außengehege gelangen. 20 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer unterstützen Christa Schneider bei ihrer Arbeit. Allein wäre die Aufgabe natürlich nicht mehr zu bewältigen. Wenn Christa Schneider mittags um zwei ihre Arbeit im Sekretariat der Thannhauser Hauptschule beendet hat, beginnt ihr Einsatz für die Tiere. Diese Arbeit hat sich inzwischen zu einem Halbtagsjob ausgewachsen, und auch nachts ist die Tierschützerin oft unterwegs, wenn zum Beispiel verletzte Tiere gefunden wurden und dringend zum Tierarzt müssen. Ein Lob hat Christa Schneider auch für die Tierärzte übrig, mit denen sie zusammenarbeitet. Sie könne jederzeit zu ihnen kommen, auch nachts. Dann springt auch Sohn Jürgen oft ein und fährt seine Mutter. "Er musste in seinen Kinderjahren oft zurückstecken, weil ein Tier wieder einmal dringend Hilfe brauchte. Da gab es mittags öfters nur Pizza", erzählte Christa Schneider nach der Verleihung der Silberdistel. Sohn Jürgen bestätigt es lachend.

MN-Redaktionsleiter Peter Bauer erklärte bei der Übergabe der Auszeichnung, dass mit der Silberdistel häufig die so genannten stillen Helfer ausgezeichnet würden, deren Arbeit von der Öffentlichkeit oft zu wenig wahrgenommen würde.

Nach der Übergabe der Auszeichnung betonte Christa Schneider noch einmal ihr großes Anliegen. Sie möchte den Menschen vermitteln, wie wichtig die Kastration und Sterilisation der Katzen sei. Nur damit könne allmählich Not und Elend vieler Tiere eingedämmt werden, erklärt sie. Doch leider sei die Einsicht hier noch sehr gering.

Die Arbeit des Tierschutzvereins wird nach Auskunft von Christa Schneider weitgehend von Privatspenden getragen. Von den Kommunen würde sie sich eine stärkere finanzielle Hilfe wünschen ( Spenden sind möglich bei der Raiba Thannhausen, BLZ 720 692 35, Kontonummer 7811 oder bei der Sparkasse Thannhausen, BLZ 720 51 840, Kontonummer 110700 ). Christa Schneider hofft, das die Arbeit der Tierschützer durch die Verleihung der Silberdistel weiteren Auftrieb bekommt.