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50 Katzen warten auf neues Zuhause

Von unserer Mitarbeiterin Sabine Latzko.

Immer wieder werden Katzen verantwortungslos ausgesetzt. Hilfe gibt es im Thannhauser Tierheim

Sie haben ein Haus mit angrenzendem Garten ganz für sich allein. Den Katzen, die im Thannhauser Tierheim zu Gast sind, geht es sichtbar gut. Doch etwas fehlt: ein richtiges Heim. Rund 50 Katzen leben zur Zeit im Katzenhaus in Thannhausen und werden von 20 ehrenamtlichen Helfern versorgt. Immer wieder werden Katzen ausgesetzt, der Tierschutzverein Thannhausen päppelt sie wieder auf und versucht diese neuen Besitzern zu vermitteln.

"Eigentlich bin ich in die Tierschutzarbeit nur so hineingerutscht", erzählt Christa Schneider, Vorsitzende des Tierschutzvereins Thannhausen. Die Liebe zu Tieren, insbesondere zu Katzen, sei schon immer da gewesen, da sie mit Tieren aufgewachsen sei. "Irgendwann hab ich mir dann gedacht, dass man auch mal was für Tiere tun muss und habe eine Haussammlung zugunsten der Tiere in Weißenhorn veranstaltet", sagt die Vorsitzende. Nachdem die begeisterte Tierschützerin acht Jahre die Sektion Thannhausen des Tierschutzvereins Weißenhorn leitete, hat sie 1997 den Schritt in die Selbständigkeit gewagt und steht seitdem dem Tierschutzverein Thannhausen vor, der rund 300 Mitglieder zählt. Wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit ist das Katzenhaus, das seit sechs Jahren in Thannhausen seinen Platz gefunden hat.

Viele fleißige Helfer haben sich damals zusammengefunden, um ein altes Haus zu renovieren und den Katzen ein neues Zuhause zu schaffen. Auf zwei Stockwerken und in einem Außengehege leben zur Zeit circa 50 Katzen, die von 20 ehrenamtlichen Tierschützern gepflegt und versorgt werden. Den kleinen Vierbeinern fehlt es dort an nichts: Grünflächen, Baumstämme und Kratzbäume zum Austoben und genügend Ruheplätze zum Schlafen.

Neben den anfallenden Verwaltungsarbeiten ist das Wichtigste für die Tierschützer das Wohl der Katzen. Die Tiere müssen gefüttert werden, das Haus muss sauber gemacht werden, die Katzenklos müssen gereinigt werden und die Kratzbäume instand gehalten werden. Dies sei ohne die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer gar nicht möglich, lobte Schneider ihre Mitstreiter. Im letzten Jahr kamen dabei circa 6 800 ehrenamtliche Stunden zusammen.

Fund- und Abgabekatzen

"Fundkatzen oder herrenlose Katzen werden entweder beim Tierarzt abgegeben oder gleich zu uns gebracht. Oft haben wir auch Abgabekatzen aus Todesfällen, wegen Allergien oder aufgrund familiärer Probleme", erklärt Christa Schneider. Man könne sich nicht vorstellen, wie viele Katzen jährlich im Wald, auf Feldern oder an Baggerseen ausgesetzt, ertränkt oder totgeschlagen werden. "Die Leute schaffen sich eine Katze an und wenn es ihnen mit dem Tier zu viel wird, setzen sie es aus oder bringen es um. Immer häufiger komme es vor, das Katzen ausgesetzt werden. "Das finde ich absolut herzlos, wenn man so hilflose Wesen einfach aussetzt und damit sich selbst überlässt", klagt die Tierschützerin.

Der Grund dafür sei, dass die Leute kein Geld für die Sterilisation ihrer Katzen ausgeben wollen. Dabei sei dies laut Schneider das wichtigste Mittel, um die steigende Zahl an Katzen einzudämmen. "Es hält sich zum Beispiel immer noch hartnäckig das Gerücht, dass eine Katze mindestens einmal Junge bekommen haben muss, bevor man sie kastrieren soll. Das stimmt aber nicht", betont Schneider. Die engagierten Tierschützer hätten sogar schon Katzen auf ihre eigenen Kosten sterilisieren lassen.

Wenig finanzielle Mittel

Dinge wie Benzin oder Telefonkosten werden meist auch aus eigener Tasche bezahlt, da dem Tierschutzverein Thannhausen nicht viele finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. "Durch den Euro ist alles teurer geworden und die Kommunen, die gesetzlich dazu verpflichtet sind, sich finanziell um die Tiere zu kümmern, wollen sich auch aus der Verantwortung ziehen", beklagt Christa Schneider. Um das Wohl der Tiere zu gewährleisten, sei der Verein auf Mitgliedsbeiträge, Haussammlungen und Spenden angewiesen. Froh ist Christa Schneider, wenn die Katzen neue Besitzer finden. "Wir inserieren in der Zeitung wenn wir Tiere abzugeben haben und schauen uns das neue Zuhause vorher an. Schließlich wollen wir, dass es unseren Schützlingen gut geht", betont die Katzenliebhaberin.

Leider ließen sich aber nicht alle Katzen vermitteln, da manche zu scheu wären. Positiv sei noch zu vermelden, dass es durchaus auch anständige Leute gibt, die ihre Tiere nicht aussetzen, sondern direkt zu Christa Schneider in das Katzenhaus nach Thannhausen bringen. Dies geschieht zum Beispiel wenn eine Familie umzieht und die Katze sich nicht an die neue Umgebung gewöhnen kann. Immer wieder wird die gute Arbeit des Tierschutzvereins Thannhausen gewürdigt. Vor allem dann, wenn es gelang, Katzen ein neues Zuhause zu vermitteln. "Oft bekommen wir dann von den neuen Besitzern Briefe und Fotos", freut sich Christa Schneider.